Deutschland

Donau – Von der Quelle bis nach Passau

Die Donau ist ein sehr merkwürdiger Fluss. Zumindest an ihrem Beginn. „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“, so haben wir es alle einmal im Erdkundeunterricht gelernt. Diesen Spruch kennt jedes Kind. In Donaueschingen scheint es aber anders zu sein, denn die Brigach fließt gute hundert Meter unterhalb der offiziellen Donauquelle und vereint sich erst hinter Donaueschingen mit der Breg. Und trotzdem steht mitten in Donaueschingen die eingefasste „Donauquelle“. Und bei Immendingen wird’s noch merkwürdiger. Da ist die Donau plötzlich verschwunden und kommt an der Achquelle wieder zum Vorschein – und fließt von hier Richtung Bodensee und über den Rhein in die Nordsee! Aber die Donau soll doch zum Schwarzen Meer fließen? Sehr Merkwürdig!

Die Donau ist der zweitlängste Fluss Eu­ro­pas und durch­fließt auf ihrer über 2.800 Ki­lo­me­ter lan­gen Reise von West nach Ost ganze zehn Län­der – so viele wie kein an­de­rer Fluss auf der Erde. So ver­bin­det die Donau Men­schen unterschied­li­chen kul­tu­rel­len Hin­ter­grunds, mit ver­schie­de­nen Spra­chen, Bräu­chen und Tra­di­tio­nen.

In Donaueschingen ist die offizielle Quelle der Donau. Hier ist Kilometer 2840,7 des Flusses, und nach 2840,7 Kilometern mündet die Donau in das Schwarze Meer. Die Donau zählt als einziger Strom die Flusskilometer nicht von der Quelle zur Mündung sondern umgekehrt. Am Schwarzen Meer ist also Fluss Kilometer Null!

Das Quellbecken be­fin­det sich im Schloss­park zwi­schen der Stadt­kir­che und dem Fürst­lich Fürs­ten­bergischen Schloss. Was hier aus der Erde spru­delt ist Re­gen­was­ser aus dem Schwarz­wald, das in der Erde ver­si­ckerte, un­ter­ir­disch bis zum Schwarz­wald­rand geflossen ist und in Do­nau­eschin­gen als „Quel­le der Donau“ wie­der ans Ta­ges­licht kommt. Das hier ent­sprun­ge­ne Quell­was­ser nimmt als Do­nau­bach un­ter­ir­disch sei­nen Lauf durch den Schloss­park und fließt in 100 Meter Ent­fer­nung beim Do­nau­tem­pel in die Bri­gach. Und diese vereint sich nach wenigen hundert Metern mit der Breg – die Donau ist nun endgültig entstanden!

Donaueschingen - Donauquelle
Donaueschingen – Donauquelle
Donaueschingen - Donauquelle
Donaueschingen – Donauquelle
Die "junge Donau" bei Donaueschingen
Die „junge Donau“ bei Donaueschingen

Kurz hinter dem schmucken Städtchen Immendingen sehen wir das nächste Kuriosum der Donau. Sie verschwindet einfach in ihrem Flussbett. Die „Donauversinkung“ oder „Donauversickerung“ findet gut 300 Meter hinter Immendingen statt. Wir stehen in einem fast trockenen Flusslauf und suchen das Wasser, das vor wenigen Augenblicken noch mäßigen Tempos Richtung Schwarzes Meer floss. Doch außer ein paar Tümpeln finden wir hier nur Steine. Schuld an diesem Phänomen sind die kalkigen Gesteinsschichten der Jurazeit. Ein Teil des Wassers versickert während des gesamten Jahres. Vollständig verschwinden wird die Donau jedoch lediglich in den trockenen Sommermonaten.

Durch riesige „Gumpen“ versickert das Donauwasser und kommt im zwölf Kilometer entfernten und 183 Höhenmeter tiefer gelegenen Aachtopf, der größten Quelle Deutschlands, wieder zutage. Es fließt von hier zum Einzugsgebiet des Bodensees und Rheins und nicht – wie der Rest der Donau – ins Schwarze Meer.

Die vorige Aussage stimmt nur zum Teil. Wenn etwa 300 m hinter Immendingen nur noch wenig Donauwasser fließt, dann wird dieses abgezweigt und durch einen ca. 1,5 km langen Bergstollen Richtung Nord-Osten bis kurz vor Möhringen in das Flussbett der Donau geleitet. Demnach ist meistens immer noch originales Donauwasser enthalten.

Donauversinkung bei Immendingen
Donauversinkung bei Immendingen
Donauversinkung bei Immendingen
Donauversinkung bei Immendingen

Auf der Anhöhe zwischen Fridingen und Beuron im „Naturpark Obere Donau“ fahren wir auf kleinen gewundenen Sträßchen durch herrlichen Laub- und Mischwald. Hier oben gibt es in 765 m Höhe einen Aussichtspunkt, den Knopfmacher-Felsen, mit einem herrlichen Blick über das Donautal Richtung Kloster Beuron und dem gegenüber liegenden Schloss Bronnen, welches bizarr auf einem steil abfallenden Felsen liegt.

Vom Parkplatz des Aussichtspunkts kommen wir nach knapp hundert Metern an die Abbruchkante des Donautals an den Knopfmacher-Felsen. Im Jahr 1823 soll von diesem Felsvorsprung auf dem mächtigen freigelegten Kalkfelsen ein junger Knopfmacher mit seinem Pferd abgestürzt und ums Leben gekommen sein. So entstand der Name des Aussichtspunktes!

Schloss Bronnen

Auf engen Serpentinensträßchen geht es steil nach unten zurück ins Donautal zum Kloster und der Erzabtei Beuron. An dieser besonders abgelegenen Stelle des Donautals befindet sich ein Kloster, das in der Geschichte des benediktinischen Mönchtums einen ganz besonderen Klang hat: Die Erzabtei St. Martin. Ein Kloster mit eigenem Bahnhof, denn außer dem weitläufigen Klosterkomplex entdecken wir nur wenige andere Häuser in diesem Weiler.

Gemessen an der Zeit in welcher bereits Mönche an dieser Stelle leben, sind die Benediktiner noch nicht allzu lange hier. Erst 1863 konnten sie sich in Beuron ansiedeln. Zuvor hatte die Abtei 60 Jahre leer gestanden, denn sie war im Zuge der Säkularisation 1803 aufgehoben worden. Bis dahin hatten dort seit dem 11. Jahrhundert Augustinermönche gelebt, und als sie sich in alle Winde zerstreuten, weil es die Politik jener Zeit so wollte, hinterließen sie ein komplettes, funktionsfähiges Kloster, welches in den Besitz des Fürsten Hohenzollern-Sigmaringen überging. 1863 begann in Beuron wieder neues klösterliches Leben, diesmal mit Benediktinermönchen. Heute leben noch etwa 40 Mönche im Kloster.

Eine herrliche Ruhe liegt über dem Donautal und dem Kloster, spätestens dann, wenn die Tagestouristen und Wanderer heimgefahren sind und nur noch die wenigen Wohnmobile auf dem Parkplatz über Nacht stehen bleiben.

Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron
Kloster Beuron - Alte Holzbrücke über die Donau
Kloster Beuron – Alte Holzbrücke über die Donau
Kloster Beuron- Brückengeld
Kloster Beuron- Brückengeld

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Stellplatz direkt in Sichtweite der Klosteranlage, fahren wir sehr früh am Morgen nach Sigmaringen. Nebel liegt über der Donau, an manchen Stellen blitzt die Sonne schon aus dem Nebelgrau. Eine wunderbare Stille liegt über den Tal. Wunderschön!

Donautal

Auf der in diesem Abschnitt des Donautals sehr schmalen Straße mit einigen Tunneldurchfahrten und Engstellen erreichen wir das schöne Städtchen Sigmaringen. Geprägt wird das Stadtbild vom hoch über der Donau liegenden Schloss Sigmaringen. Das prachtvolle Hohenzollernschloss ragt mitten aus der Stadt empor. Seit 1535 ist es im Besitz der Fürsten von Hohenzollern, einer der bedeutendsten und ältesten Hochadelsfamilien von europäischem Rang. Am Fuße des Schlosses liegt die malerische Altstadt und in den schmalen Gassen lässt es sich wunderbar flanieren, einkaufen und genießen.

Sigmaringen
Sigmaringen
Sigmaringen
Sigmaringen
Sigmaringen
Sigmaringen

Zwischen dem Bussen (dem „Heiligen Berg“ Oberschwabens) und der Schwäbischen Alb, inmitten einer Bilderbuchlandschaft mit weiten Wiesen und Feldern, liegt das Städtchen Riedlingen. Wir erreichen den liebenswerten Ort nach einer knappen Stunde Fahrt entlang der Donau. Das schmale, enge Donautal weitet sich hinter Sigmaringen, die Felsenlandschaft des oberen Donautals macht Feldern und Streuobstwiesen Platz.

Die Altstadt von Riedlingen steht vollständig unter Denkmalschutz. Türme und Tore, stolze Bürgerhäuser, Fachwerkgiebel, schöne Plätze und verwinkelte Gassen prägen das Gesicht der Donaustadt. Wir können uns dem Charme der Fachwerkstadt nicht entziehen, der Bummel durch das Städtchen ist abwechslungsreich und sehr kurzweilig.

Riedlingen
Riedlingen
Riedlingen
Riedlingen
Riedlingen
Riedlingen

Im wenige Kilometer entfernten Donaustädtchen Munderkingen halten wir nur für einen kurzen Fotostopp, der Bummel durch den Ort führt uns leider nicht zum erhofften Gasthof mit einem deftigen Mittagessen. Und so machen wir uns bald wieder auf den Weg, weiter donauabwärts, nach Ehingen.

Munderkingen
Munderkingen

Ehingen ist die Donaustadt an der Schnittstelle von Oberschwaben und Schwäbischer Alb. Einige schöne Fachwerkhäuser, aber auch richtig alte Bausubstanz prägen das Stadtbild. Besonders viel zu entdecken gibt es für uns in Ehingen leider nicht, der Wochenmarkt auf dem Marktplatz lädt aber zum Schlendern und Genießen ein. Und wir finden auch das erhoffte schwäbische Gasthaus mit einem typischen Essensangebot aus der oberschwäbischen Region (Maultaschen, Zwiebelrostbraten oder Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen).

Der Wohnmobilstellplatz in Ehingen ist total überfüllt, das schöne Spätsommerwetter lädt natürlich zum Reisen ein. Uns sagen diese vollen Plätze nicht zu, aber in Oberdischingen finden wir ein schönes ruhiges Übernachtungsplätzchen auf dem Schulparkplatz. Und von hier aus ist es auch nicht mehr weit in die Universitätsstadt Ulm.

Ehingen
Ehingen
Ehingen
Ehingen

Der höchste Kirchturm der Welt, das schiefste Hotel, ein wunderschönes Stadtbild – das alles ist Ulm an der Donau. Und es ist nicht nur das Ulmer Münster, das den Charme dieser sehenswerten Stadt ausmacht.

Ulm
Ulm

Wir finden einen Parkplatz direkt an der Donau und sind somit schon am Uferweg, der uns ins malerische Fischer- und Gerberviertel führt. Uraltes Fachwerk, mitunter sonderbare Bauformen, enge Gässchen und pittoreske Ansichten machen diesen Stadtteil von Ulm so liebenswert. Noch im 19. Jahrhundert war das vom Flüsschen Blau durchzogene Ulmer Fischerviertel das Quartier der Schiffsleute, Gerber und Donaufischer.

Heute ist Sonntagvormittag, wir sind „früh dran“, und so können wir in Ruhe und fast alleine diese Pracht bestaunen. Als wir am Nachmittag noch einmal hier vorbeikommen sind die Gassen voller Menschen. Es bewahrheitete sich wieder einmal: Stadtbesichtigungen sind frühmorgens am schönsten!

Ulm - Fischerviertel
Ulm – Fischerviertel
Ulm - Fischerviertel
Ulm – Fischerviertel

Seit Jahrhunderten prägt es Ulm und die Region, ist im In- und Ausland geradezu ein Synonym für die Stadt Ulm geworden: das Ulmer Münster. Diese Prominenz verdankt es vor allem seinem Turm, dem mit 162 Metern höchsten Kirchturm der Welt und – das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche in Deutschland.

Über 200 Jahre wurde am Ulmer Münster gebaut: von 1377 bis 1543 und dann nach einer langen Pause wieder von 1844 bis 1890. Das Münster ist kein Dom. In Ulm gab es nie einen Bischof oder einen Landesfürsten. Das Münster ist eine Bürgerkirche, allein die Bürger der Stadt bauten es. Die Ulmer ließen ihre alte Pfarrkirche vor den Toren der Stadt abreißen und eine neue Kirche mitten in der Stadt bauen. Auch aus Sicherheitsgründen, denn die alte Kirche lag außerhalb der Stadtmauern.

Ulm - Münster
Ulm – Münster
Ulm - Münster
Ulm – Münster
Ulm - Münster
Ulm – Münster
Ulm - Münster
Ulm – Münster

Eine Ulmer Besonderheit sind die so genannten Grabenhäusle. Sie sind abseits der Touristenpfade und für viele noch ein Geheimtipp. Sie wurden 1610 und 1633 für die Stadtsoldaten in Reihenbauweise auf die alte Stadtmauer gesetzt, die von dort aus in den zur Befestigung gehörenden Graben blicken konnten. Die schnuckeligen Häuschen sind schön restauriert und lohnen einen Abstecher.

Ulm – Grabenhäusle

Stolz sind die Ulmer darauf die Geburtsstadt des weltberühmten Physikers Albert Einstein zu sein. Am Einstein-Brunnen zeigt sich Einstein von seiner lustigen Seite. Den Brunnen-Besuchern, Verehrern, Motivjägern und Bildsouvenir-Sammlern streckt Albert Einstein die Zunge raus. So als wolle er den Kult, der um ihn gelegentlich gemacht wird, in Spott auflösen.

Ulm - Einsrteinbrunnen
Ulm – Einstein-Brunnen
Ulm
Ulm
Ulm
Ulm – Stadthaus

Weiter geht unsere Reise entlang der Donau flussabwärts nach Günzburg, einem hübschen Städtchen, das nun schon deutlich bayrische Züge hat. Das Herz der Stadt ist der Marktplatz. Aber auch die Frauenkirche und die malerischen Gässchen der Altstadt laden zum Bummeln ein. Auf dem Weg durch die malerischen Gässchen der Altstadt kommen wir zur Frauenkirche und zum unteren Stadttor. Den Stadtturm kann man Stufe um Stufe erklimmen und man hat oben angekommen einen herrlichen Rundblick über das Donaumoos und an klaren Tagen sogar bis zu den Alpen.

Wer mit Kindern unterwegs ist (oder selbst junggeblieben), von Günzburg aus ist es nicht mehr weit zum LEGOLAND®.

Günzburg
Günzburg

Im Nordwesten Bayerisch-Schwabens erreichen wir Dillingen, das wegen seiner zahlreichen Kirchtürme auch das „Schwäbische Rom“ genannt wird. Die am Nordufer der Donau gelegene Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Jahrhundertelang war sie bedeutende Universitätsstadt, Regierungssitz des Hochstifts Augsburg und Residenz der Augsburger Fürstbischöfe. Bis heute hat Dillingen seinen historischen Charme bewahrt und wir entdecken bei unserm Bummel durch das Städtchen viele kleine und große Besonderheiten. Eine wichtige Persönlichkeit in der Geschichte Dillingens war Pfarrer Sebastian Kneipp, der als lungenkranker Theologiestudent in Dillingen seine berühmte Kaltwasserkur an sich selbst erprobte.

Dillingen
Dillingen
Dillingen
Dillingen
Dillingen
Dillingen

Am Zusammenfluss von Wörnitz und Donau erreichen wir nach kurzer Fahrt Donauwörth, einen Etappenort der „Romanischen Straße“ von Würzburg nach Füssen. Einst aus einer kleinen Inselsiedlung (Wörth = Insel) entstanden, bietet Donauwörth eine Fülle an Sehenswürdigkeiten. In der prächtige Reichsstraße, die stetig bergauf bis zum Kloster Heilig-Kreuz führt, können wir wunderbar spazieren.

Donauwörth
Donauwörth
Donauwörth

Von Neuburg an der Donau sind wir gleichermaßen überrascht und begeistert. Als ehemalige Residenzstadt birgt Neuburg eine ganze Schatztruhe voller Sehenswürdigkeiten. Die Altstadt mit ihren vielen kleinen, malerischen Gassen, lädt ein zum Verweilen und Staunen. Allen voran prägt das Residenzschloss das vollständig erhaltene Altstadt-Ensemble.

Die Anlage der Frührenaissance, wurde 1530 bis 1545 von Pfalzgraf Ottheinrich erbaut. Die Schlosskapelle ist der älteste protestantische Kirchenbau Bayerns, der Schlosshof ist mit einer herrlichen Fassade ausgestattet und der Ostflügel ist ein monumentaler Bau mit zwei Rundtürmen, von denen der nördliche im Erdgeschoss eine barocke Grottenanlage beherbergt.

Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg
Neuburg

Ingolstadt ist geprägt von der historischen Altstadt und den Festungsbauten, daneben aber auch moderner Industriestandort (AUDI, Media Markt).

In wenigen Gehminuten erreichen wir von der großen Fußgängerzone aus das Neue Schloss, welches eher einer Burg ähnelt als einem verträumten Schlösschen. Die dicken weißen Wohntürme überragen die umliegenden Gebäude und sind neben dem Kreuztor Wahrzeichen und Erkennungszeichen der Stadt Ingolstadt. Das Schloss liegt in der direkten Umgebung der Donau und von der Fußgängerbrücke über den Fluss hat man einen schönen Blick auf das Schloss.

Kleine Randnotiz: Das bayerische Reinheitsgebot, ältestes noch in Kraft befindliches und wohl auch bekanntestes Lebensmittelgesetz der Welt, wurde im Jahre 1516 in Ingolstadt verkündet. Der Geheimbund der Illuminaten wurde ebenfalls in Ingolstadt gegründet.

Wir bummeln lange durch die Fußgängerzone, leider wirkt sie auf uns wie so viele andere Fußgängerzonen anderer Städte. Kennt man eine, kennt man alle. Doch es gibt hier doch einen Unterschied – alt eingesessene Metzgereien mit herrlich frischen Leberkässemmeln mit süßem Senf. Phantastisch!

Ingolstadt
Ingolstadt
Ingolstadt
Ingolstadt – Schloss
Ingolstadt
Ingolstadt

Das Kloster Weltenburg liegt am Eingang des romantischen Donaudurchbruchs weiter flussabwärts. Die von den Gebrüdern Asam in den Jahren 1716–1739 erbaute und ausgestaltete Abteikirche zählt zu den Spitzenleistungen des europäischen Barocks.

Die meisten der Besucher kommen aber zum Kloster Weltenburg wegen der weithin bekannten Klosterschenke, der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Obwohl es ein ganz normaler Donnerstag ist, ist die Schlange der Wartenden zum Biergarten sehr lang. Nicht desto trotz – das Mittagessen in der Klosterschenke ist absolut köstlich.

Kloster Weltenburg
Kloster Weltenburg
Kloster Weltenburg
Kloster Weltenburg

Voller dramatischer Wucht ist das Durchbruchstal der Donau bei Weltenburg. In der Weltenburger Enge bahnt sich die Donau in einer engen Schlucht ihren Weg durch den harten Kalkstein des Oberen Jura. Mit einem kleinen Passagierschiff fahren wir zum Kloster Weltenburg. Nur vom Wasser aus zeigt sich die einzigartige Landschaft der bis zu 40 Meter hoch aufragenden Felsen in voller Schönheit.

Donaudurchbruch
Donaudurchbruch
Donaudurchbruch
Donaudurchbruch

Was Kelheim hervorhebt ist die erlese Lage auf einer flachen Landzunge zwischen Donau und Altmühl. Egal von welcher Richtung man sich Kelheim nähert, immer fällt der Blick auf die Befreiungshalle auf dem Michaelisberg, die König Ludwig I. als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon erbauen ließ.

Im Innenraum reichen sich 34 Siegesgöttinnen aus weißem Marmor. Sie stützen vergoldete Schilde, die aus der Bronze eingeschmolzener Geschütze gefertigt sein sollen. Die Strebepfeiler der Außenfassade bekrönen 18 Kolossalstatuen als Allegorien der deutschen Volksstämme. Die Zahl 18 versinnbildlicht auch das Datum der Völkerschlacht bei Leipzig (18.10.1813), an dem die Truppen Napoleons vernichtend geschlagen wurden.

Kelheim - Befreiungshalle
Kelheim – Befreiungshalle
Kelheim - Befreiungshalle
Kelheim – Befreiungshalle
Kelheim - Befreiungshalle
Kelheim – Befreiungshalle
Kelheim - Befreiungshalle
Kelheim – Befreiungshalle

Noch ein paar Kilometer flussabwärts und wir erreichen Regensburg, die Hauptstadt der Oberpfalz und den nördlichsten Punkt der Donau. Bereits 2006 wurde die Altstadt mit Stadtamhof mit ihren über 1.000 denkmalgeschützten Gebäuden UNESCO-Welterbe. Seit Juli 2021 darf sich die Stadt über einen zweiten Welterbetitel freuen: den Donaulimes, die Grenze des römischen Reichs.

Ab Regensburg ist die Donau durchgehend bis ans Schwarze Meer schiffbar und Regensburg hat den größten Schifffahrtshafen von Bayern.

Da wir lange in Regensburg gelebt haben (meine Frau stammt von hier) ist es für uns ein „nach Hause kommen“! Schön!

Regensburg
Regensburg
Regensburg - Steinerne Brücke
Regensburg – Steinerne Brücke
Regensburg
Regensburg
Regensburg
Regensburg – Goliath Haus
Regensburg
Regensburg – Haidplatz
Regensburg
Regensburg – Kirche Sankt Emmeram
Regensburg
Regensburg – Dom

In hoher, die umliegende Landschaft beherrschender Lage erhebt sich nahe bei Donaustauf die Walhalla über der Donau. Mit diesem klassizistischen Bau in Gestalt eines von Säulen umgebenen Tempels entstand hier im Auftrag des bayerischen Königs Ludwigs I.  eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um einen Gedächtnisort, an dem verdiente deutschsprachige Männer und Frauen gewürdigt werden sollen.

Walhalla
Walhalla
Walhalla
Walhalla

Bevor wir weiterfahren wollen wir noch schnell das Wohnmobil ver- und entsorgen. Der Frischwassertank ist leer, der Grauwassertank voll. Als ich den Hahn zum Ablassen des Brauchwassers öffne passiert gar nichts. Kein Wasser läuft aus. Merkwürdig. Ist der Tank wirklich voll? Ich schüttre einen Eimer Wasser ins Waschbecken, dann sollte unten ja wieder Wasser rauskommen. Nichts!

Also auf zum nächsten Wohnmobilhändler in der Nähe von Regensburg. Die haben aber keine Zeit nachzusehen was da los ist. Der Händler in Straubing genau so.

Was macht man zuhause wenn sowas passiert? Wir fahren in den nächsten Baumarkt, kaufen eine Rohrreinigungsspirale, stochern uns im Abwassersystem nach vorne – und das Wasser kommt in einem breiten Schwall aus dem Abwasserrohr. Ohne irgend ein Anzeichen dafür, was das Rohr verlegt hat. Na Hauptsache es funktioniert wieder!

Straubing, die alten Herzogsstadt an der Donau, wäre eigentlich ganz hübsch, wenn nicht der wunderschöne Stadtplatz so sehr vom Verkehr eingenommen würde. Entspanntes bayerisches Lebensgefühl will sich da bei uns einfach nicht einstellen. Erst beim Spaziergang an die Donau und auf das der Altstadt gegenüberliegende Ufer zeigt sich ein wirklich schönes Bild der Stadt mit dem Blick auf das alte Schloss und die vielen Türme der Stadt.

Für die gemütliche Einkehr danach gibt es in Straubing aber doch eine große, vielfältige Auswahl an Wirtshäusern, Cafés und Biergärten.

Straubing
Straubing
Straubing
Straubing
Straubing – Herzogsschloss

Mit Passau haben wir die letzte deutsche Stadt auf dem Weg der Donau zum Schwarzen Meer erreicht. Am Zusammenfluss von Inn (hier in Passau fast mächtiger wie die Donau), Ilz und Donau. Besonders faszinierend ist das Farbenspiel des Wassers mit der schwarzen Ilz, der blauen Donau und dem grünen Inn, die sich erst einige hundert Meter weiter endgültig vermischen.

Beherrscht wird das Stadtbild vom Dom St. Stephan. Der Prachtbau mit seinen weißen Türmen und blaugrünen Kuppeln gilt als maßgebende Barockkirche nördlich der Alpen. Mit ihren 17.974 Pfeifen und 233 Registern gilt die Orgel im Passauer Dom als größte katholische Kirchenorgel der Welt und als die größte Orgel Europas.

In den verwinkelten Gassen der Altstadt bummeln wir stundenlang und haben den Eindruck, noch immer nicht alles gesehen zu haben. Die Fahrt (auch mit dem Wohnmobil gut machbar) hoch zur Veste bietet einen einmaligen Blick über diese wunderschöne Stadt.

Passau
Passau - Dom St. Stephan
Passau – Dom St. Stephan
Passau - Dom
Passau – Dom
Passau - Dom
Passau Dom
Passau - St. Paul
Passau – St. Paul
Passau - Veste Oberhaus
Passau – Veste Oberhaus
Passau
Passau
Passau
Passau

Der Lauf der Donau geht weiter Richtung Österreich und nach vielen Kilometern ins Schwarze Meer. Für uns endet die Fahrt entlang dieses interessanten und sehr abwechslungsreichen Flusses in Passau. Unsere Reise führte uns durch unterschiedlichste Gegenden und Landschaften, alle schön und doch so verschieden.

de_DEDE