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Normandie – Von Dieppe zum Mont-Saint-Michel

Die Normandie ist zum Träumen schön. Beeindruckende Landschaften, malerische Dörfer und geschichtsträchtige Monumente wechseln sich ab. Und ein breites gastronomisches und kulturelles Angebot machen diesen herrlichen Landstrich in Frankreich so liebenswert. In kulinarischer Hinsicht weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Normandie für ihren berühmten Calvados, den Apfel-Branntwein, den Cidre oder den Camembert.

Route Fahrt durch die Normandie

Wir starten unsere Tour entlang der Küste der Normandie in Dieppe. Eigentlich ja schon in Reims, denn dort treffe ich mich mit meiner Frau, die mit dem TGV von Freiburg aus zum außerhalb von Reims gelegenen Fernbahnhof Champagne-Ardenne TGV anreist. Ich habe meine Reise auf der „Deutschen Route 66“ unterbrochen und bin gemütlich durch das Lahn- und das Moseltal nach Trier und von dort nach Reims gefahren. Die derzeitige Corona-Situation lässt das Reisen in und nach Frankreich ohne größere Einschränkungen zu.

Der Start in Dieppe beginnt mit einem Donnerschlag. Im wahrsten Sinn des Wortes! Ein Gewitter zieht am Abend über Dieppe hinweg, es donnert genau ein Mal, dafür aber umso lauter. Peng! Das nenne ich mal eine Begrüßung. Und dann fängt es an zu regnen und scheint nicht mehr aufzuhören. Eine kleine Regenpause nutzen wir zu einem Marsch vom Stellplatz aus in die Stadt, aber wir werden bald wieder von Starkregen gestoppt und ins Wohnmobil vertrieben.

Dieppe
Dieppe

Am nächsten Morgen machen wir uns auf Dieppe zu erkunden. Leider wird die wunderbare alte Drehbrücke am Hafen derzeit renoviert, sodass wir nicht zu Fuß in die Stadt marschieren können, denn die nächste Brücke ist gut 3 Kilometer entfernt. Und in Dieppe bekomme ich dann die endgültige Begrüßung der Normandie: Das Glück kommt manchmal auch von oben – in Form eines kräftigen Mövenschisses. Ekelhaft.

Keine halbe Autostunde von Dieppe entfernt liegt hoch über den Klippen das Örtchen Varengeville-sur-Mer. Und ganz in der Nähe das Dorf Saint-Valéry. Das Juwel des Dorfes ist die auf den Klippen stehende Kirche. Die Lage von Kirche und Friedhof sowie die Aussicht sind umwerfend. Auf dem Friedhof findet sich das Grab von Georges Braque (neben Pablo Picasso dem Mitbegründer des Kubismus). So möchte man begraben sein!

Saint-Valéry
Saint-Valéry

Fécamp (im Mittelalter Umschlagplatz für Räucherhering) ist ein netter kleiner Badeort an der Alabasterküste. Natürlich gibt es hier einen Strand und hohe Felsen, aber auch die Lage am Ende einer sogenannten „Valleuse‟ (eine Vertiefung in der Landoberfläche des Plateaus, die den Zugang zum Meer ermöglicht) verleihen dem Ort etwas Besonderes. Wir machen nur einen kleinen Morgenspaziergang durch das Städtchen, nutzen den örtlichen Stellplatz zum Ver- und Entsorgen des des Wohnmobils und machen uns bald wieder auf, auf möglichst kleinen Sträßchen entlang der Küste, nach Étretat.

Schon auf den ersten Blick wird klar, warum Maler hier zu allen Zeiten ihre Staffeleien aufstellten. Land und Meer vereinen sich an der Steilküste von Étretat zu einer grandiosen Szenerie, die ihresgleichen sucht. Die filigranen Kreidefelsen „Manneporte“, „Courtine“ und „Aiguille“ sind wundersame Gebilde von Wind und Meer des Ärmelkanals.

Entweder aus der Perspektive vom Strand aus, oder nach einem langen steilen Fußmarsch auf die westlichen Felsen, haben wir einen herrlichen Blick auf das Naturschauspiel. Direkt im Ort beginnt der Aufstieg über eine lange, steile Treppe nach oben. Aber die Anstrengung lohnt sich für die wunderbare Sicht auf den Ort und das Meer.

Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat
Étretat

Von Étretat an ostwärts verläuft die Côte d’Albâtre, Frankreichs längste Felsenküste, etwa 130 Kilometer lang, nur hin und wieder von Ortschaften, kleinen Buchten und schmalen Tälern unterbrochen. Unser Plan, am kleinen Leuchtturm in Cap d’Antifer zu übernachten lässt sich leider nicht verwirklichen. Schon weit vor der Zufahrt ist die Straße gesperrt. Wie wir später erfahren, ist das Freistehen an diesem herrlichen Platz leider nicht mehr möglich. Wie immer, wenn „Geheimtipps“ schlussendlich doch viele Menschen anziehen. Wir finden aber in Criquetot-l’Esneval auf dem Dorfplatz einen schönen Übernachtungsplatz.

Der vom Wetterdienst als Unwetter angekündigte orkanartige Sturm ist mit Starkregen heute Nacht über uns weggezogen. Und auch noch am Morgen schwankt das Wohnmobil im Sturm kräftig hin und her. Und es regnet und regnet. Aber typisch für die Normandie, bald ändert sich das Wetter wieder, der Regen lässt nach und wir machen uns auf nach Montivilliers, einem kleinen hübschen Städtchen ganz in der Nähe von Le Havre.

Mitten in der Stadt liegt das alte Kloster „Monasterii Villare“, das der Stadt auch ihren Namen gab. Das ehemals benediktinische Frauenkloster hat einen wunderbaren Kreuzgang, einen Kapitelsaal aus dem 11. Jahrhundert sowie Schlafsäle und Refektorien aus dem 13. und 16. Jahrhundert. Alles ist gut erhalten und sorgsam restauriert.

Klosterkirche Montivilliers
Klosterkirche Montivilliers
Klosterkirche Montivilliers
Klosterkirche Montivilliers

Nach unserer Besichtigung des Klosters hat sich das Wetter leider wieder deutlich verschlechtert. Wir beschließen, direkt hinter dem kleinen Bahnhof in einer ruhigen Seitenstraße den restlichen Tag zu verbummeln und am nächste Tag mit dem Zug in die Großstadt Le Havre zu fahren.

Le Havre hat viele Gesichter und Geschichten. Reich geworden im Dreieckshandel mit Sklaven, Zucker und Kaffee. Ein blühender Badeort der Belle Époque und im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges untergegangen. Die deutschen Truppen hatten die Stadt zum größten Kriegshafen am Atlantik gemacht und die Alliierten hatten sie in 132 Bombenangriffen zerstört. Von Auguste Perret im Stil von Le Corbusier wieder aufgebaut als Ikone einer lebenswerten Stadt, modern und funktionell. Die Stadt ist noch heute der zweitgrößte Hafen Frankreichs und mit über 170.000 Einwohnern ist Le Havre die größte Stadt der Normandie.

Oscar Niemeyer, der Vater der südamerikanischen Hauptstadt Brasilia schuf für La Havre 1972–1982 das „Maison de la Culture du Havre”, das rasch seinen Spitznamen „Le Volcan” erhielt. Die jüngst sanierte Anlage ist ein Doppelvulkan. Der „Grand Volcan“ birgt im Inneren die Bühne der Scène Nationale. Der „Petit Volcan“ birgt die Mediathek von Le Havre.

Das bis heute höchste Gebäude von Le Havre ist der 106 Meter hohe Turm der Église Saint-Joseph. Wie ein Leuchtturm thront der Kirchturm über der Hafenstadt. 12.786 Glasfenster in sieben Farben – gelb, orange, rot, lila, blau, grün, weiß – und 50 Schattierungen lassen das Sonnenlicht hinein ins Innere.

Le Havre ist die einzige Stadt, die aufgrund ihrer modernen Stadtarchitektur den Titel UNESCO-Weltkulturerbe erhalten hat. Mit seiner visionären „Poesie in Beton“ hat es der Architekt Auguste Perret verstanden, der im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstörten Stadt eine neue Seele einzuhauchen. Unverkennbar ist sein Stil des „strukturellen Klassizismus“: klare Linien, viel Raum und die Verwendung von Beton. Diesem mischte Perret Farbpigmente bei, sodass die Fassaden des Stadtzentrums bei Lichteinfall in verschiedenen Farbnuancen schimmern. Ein toller Anblick.

Wir fahren von Montivilliers aus mit dem Zug nach Le Havre. Keine 20 Minuten dauert die Fahrt bis zum überraschend kleinen Bahnhof der Großstadt. Le Havre ist groß, sehr groß, und so sind wir wirklich lange unterwegs um in die Innenstadt zu gelangen. Aber eine richtiges Zentrum gibt es gar nicht. Die Stadt ist einfach extrem großflächig angelegt. Wir sind den ganzen Tag „per pedes“ unterwegs, denn die Strecken zwischen den Sehenswürdigkeiten sind gewaltig. Aber es lohnt sich. Wir genießen den Tag zwischen all den Sehenswürdigkeiten in einer modernen, quirligen und gepflegten Stadt.

Le Havre - Le Volcan - Église Saint-Joseph
Le Havre – Le Volcan – Église Saint-Joseph
Le Havre - Le Volcan
Le Havre – Le Volcan
Le Havre - St. Joseph
Le Havre – St. Joseph
Le Havre - St. Joseph
Le Havre – St. Joseph
Le Havre - Cathédrale Notre-Dame
Le Havre – Cathédrale Notre-Dame
Le Havre - Justizpalast
Le Havre – Justizpalast
Le Havre – Häuser von Auguste Perret
Le Havre – „Catene de Containers“, zwei Bögen aus Schiffscontainern

Vorbei an Dieppe und über die grandiose Pont de Normandie geht es weiter nach Honfleur. Der Charme der pittoresken Gässchen sowie das eindrucksvolle alte Hafenbecken begeistern uns. Obwohl der Ort sehr stark touristisch frequentiert ist, ist es sehr angenehm durch das Städtchen zu bummeln und immer wieder neue interessante Dinge zu entdecken.

Ab dem zwölften Jahrhundert entwickelte sich Honfleur zu einem wichtigen Knotenpunkt für Waren, die über das Meer nach England gebracht wurden. Im 19. Jahrhundert wurde Honfleur zum Zentrum künstlerischer Aktivitäten. Eugène Boudin wurde 1814 hier geboren. Maler wie Courbet, Sisley, Jongkind, Claude Monet, Pissarro, Renoir und Cézanne kamen an die Blumenküste und trafen sich oft in der „Ferme Saint-Siméon“, einem Bauernhof, der als eine der Geburtsstätten des Impressionismus gilt.

Honfleur
Honfleur
Honfleur
Honfleur
Honfleur
Honfleur

Vorbei an Trouville und Deauville setzen wir unsere Fahrt entlang der Küste fort. Wir erleben die beiden Städte wie wir sie von früheren Reisen in Erinnerung haben: Hektisch, laut, touristisch. Villers-sur-Mer dagegen ist ein überaus angenehmes Seebad der Belle Époque Ende des 19. Jahrhunderts: Gemächlich und unaufgeregt.

Der Nullmeridian von Greenwich trifft in Villers-sur-Mer auf das europäische Festland. Eine kleine Aussichtsplattform am Strand erinnert daran.

In Villers-sur-Mer verlassen wir die Küste und fahren ins Landesinnere nach Lisieux. Die Stadt ist nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort in Frankreich und Wirkungsort der Heiligen Theresa. Eine Million Besucher jährlich kommen nach Lisieux, um zum Wallfahrtsort der Heiligen zu pilgern.

Die große Basilika von Lisieux wurde 1954 erbaut und gehört zu den größten sakralen Bauten Frankreichs des 20. Jahrhunderts. Ihre Kuppel ist 93 Meter hoch, der Innenraum erstrahlt in warmen Goldtönen mit vielen Mosaiken.

Lisieux
Lisieux
Lisieux
Lisieux
Lisieux
Lisieux
Lisieux
Lisieux

Wir bleiben noch im Landesinneren und besuchen Bayeux. Berühmt ist die Stadt für den „Teppich von Bayeux“. Der Wandteppich zeigt die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer auf einer Länge von 70 Metern.

Seit fast einem Jahrtausend lockt der berühmte Wandteppich von Bayeux Besucher aus aller Herren Länder in die kleine Stadt. Ende des 11. Jahrhunderts wurde der Wandteppich von Bischof Odon, dem Bruder von Wilhelm dem Eroberer, als Dekor für die Kathedrale in Auftrag gegeben. Die Stickereien auf Leinen stellen die Eroberung Englands im Jahre 1066 durch Wilhelm dar. Historikern dient er bis heute als reiche Fundgrube für ihre Forschung.

Der Wandteppich wird in einem kleinen Museum präsentiert. Jeder Besucher erhält einen kleinen Audioguide und damit am Ohr schreiten wir die 70 Meter des Teppichs ab und lassen uns von der Geschichte die erzählt wird und den Darstellungen begeistern. Wunderschön!

Anschließend bummeln wir durch das historische Zentrum von Bayeux, bewundern die gotische Kathedrale und schlendern durch die alten Gassen die mit Patrizierhäusern und mit alten Fachwerkhäusern gesäumt sind.

Bayeux - Cathédrale
Bayeux – Cathédrale
Bayeux - Wandteppich von Bayeux
Bayeux – Wandteppich von Bayeux
Bayeux - Wandteppich von Bayeux
Bayeux – Wandteppich von Bayeux
Bayeux - Wandteppich von Bayeux
Bayeux – Wandteppich von Bayeux

Wir werden in der Normandie wird immer wieder mit der Landung der Alliierten an den Küsten konfrontiert. Dem sogenannten „D-Day“ (auf deutsch Tag-X).

Der 6. Juni 1944 ging unter dem legendären Namen D-Day als Tag der alliierten Landung an der Küste der Normandie in die Geschichte ein. Es war der dramatischste Teil von Operation Overlord, die den Beginn der Befreiung Westeuropas von der deutschen Besatzung darstellte. Auf ihrer Konferenz in Washington im Mai 1943 einigten sich der britische Premier Winston Churchill und der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt auf eine Invasion in Frankreich für das Frühjahr 1944.

Mit über 3.100 Landungsbooten setzte in der Nacht zum 6. Juni 1944 die erste Welle der Invasionsarmee von Großbritannien nach Frankreich über. Unter dem Feuerschutz von 1.200 Kriegsschiffen und 7.500 Flugzeugen landeten im Morgengrauen rund 150.000 Amerikaner, Briten, Franzosen sowie Kanadier und weitere Commonwealth-Angehörige an fünf verschiedenen Stränden der Normandie. Gleichzeitig brachten Fallschirmjäger und Luftlandetruppen wichtige strategische Punkte im Hinterland unter ihre Kontrolle. Am 12. Juni gelang es rund 330.000 alliierten Soldaten mit 54.000 Fahrzeugen, die fünf Landungsköpfe zu einer zusammenhängenden Front von 100 Kilometern Länge und 30 Kilometern Tiefe zu verbinden.

D-Day
D-Day – © military-history.org
D-Day - Landung der Amerikaner in Arromanches-le-Bains
D-Day – Landung der Amerikaner in Arromanches-le-Bains
D-Day - Deutsches Flakgeschütz in Longues-sur-Mer
D-Day – Deutsches Flakgeschütz in Longues-sur-Mer
D-Day - Collville-sur-Mer - Amerikanischer Soldatenfriedhof
D-Day – Collville-sur-Mer – Amerikanischer Soldatenfriedhof
D-Day - La Cambe - Deutscher Soldatenfriedhof
D-Day – La Cambe – Deutscher Soldatenfriedhof
D-Day - La Cambe - Deutscher Soldatenfriedhof
D-Day – La Cambe – Deutscher Soldatenfriedhof

Am heutigen Sonntag geht unsere Reise in der Normandie weiter nach Coutances. Unser Plan: Wir suchen uns ein schönes Restaurant und lassen uns an meinem Geburtstag kulinarisch verwöhnen. Ein Parkplatz ist in Coutances schnell gefunden (was uns schon mal wundert), aber unser Bummel durch die Stadt führt uns zu keinem geöffneten Restaurant. Das wirklich schöne Städtchen ist wie ausgestorben, touristisch verwaist. Also weiter nach Granville. Stau schon weit vor der Stadt, keine Chance auf einen Parkplatz, die Restaurants an denen wir vorbei fahren sind knallvoll. Und jetzt? Da wir weiter zum Mont-Saint-Michel wollen liegt Avranches am Weg. Und hier haben wir ein „Déjà-vu“ wie in Coutances. Wir können uns einen Parkplatz in der Innenstadt aussuchen, Restaurants alle zu (bis auf eine Dönerbude). Und eigentlich ist Mittagessenszeit längst vorbei. Schlussendlich landen wir in Ardevon auf dem örtlichen Wohnmobilstellplatz, kochen uns wirklich sehr leckere Spaghetti und könnten sogar den Mont-Saint-Michel sehen, wenn es nicht inzwischen wie aus Kübeln schütten würde.

Coutances
Coutances

„Le Couesnon, dans sa folie, a mis le Mont Saint-Michel en Normandie.“ – In seiner Verrücktheit hat der Fluss Couesnon den Mont-Saint-Michel der Normandie zugeteilt, sagt dieser französische Spruch. Denn in der Tat bildet er die natürliche Grenze zwischen Normandie und Bretagne. Weil er knapp westlich am Klosterberg vorbeifließt, liegt der Mont-Saint-Michel also tatsächlich in der Normandie. Dennoch bleibt er für die Bretonen ihr heiliger Berg.

Der Klosterberg Mont-Saint-Michel liegt wie eine riesige Ritterburg im Meer. Schon von weitem sichtbar ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Ein immer wieder wunderschöner Anblick. Es ist nicht verwunderlich, dass der Mont-Saint-Michel auch „La Merveille“ („das Wunder“) genannt wird.

Die Ursprünge des Heiligtums gehen auf das Jahr 708 n.Chr. zurück. Aubert, der Bischof von Avranches, errichtete auf dem Felsen ein Heiligtum, nachdem ihm der Erzengel Michael der Legende nach drei Mal erschienen war.

Im Jahr 1995 wurde der Grundstein für das Renaturierungsprojekt am Mont-Saint-Michel gelegt. Der Klosterberg sollte seinen maritimen Charakter zurück erhalten und wieder vollständig vom Meer umspült werden. Nach Abschluss des Projekts im Jahr 2015 wird die berühmteste Sehenswürdigkeit der Normandie wieder zur Insel. Der breite Damm, welcher den Berg vom Meer abgeschnitten hat, ist verschwunden und durch eine Stelzenbrücke ersetzt. Auf dieser dürfen sich aber nur noch Fußgänger und Shuttle Busse bewegen. Von den ausgeschilderten Parkplätzen fahren diese Busse den ganzen Tag bis spät abends.

Der Weg vom profanen Teils des Orts zum hoch oben gelegenen Kloster ist gesäumt von Nippesläden und meist schlechten Lokalen. Und vielen, vielen Menschen. Nach einem ordentlichen Fußmarsch erreichen wir den Eingang zum Kloster. Die Besichtigung kostet nochmals Eintritt, aber es lohnt sich wirklich, das Kloster zu besuchen. Hier haben sich auch die Menschenmassen verlaufen, denn die meisten Besucher scheuen den steilen Aufstieg oder interessieren sich sowieso nicht für den kulturellen Teil des Klosterberges.

Le Mont-Saint-Michel im Morgennebel

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