Route Nationale 10,  Route Nationale 12,  Route Nationale 20,  Route Nationale 7

Route Nationale 10 – Von Paris nach Biarritz

4.9
(164)

Wie die meisten großen Verkehrswege in Europa hat auch die Nationalstraße 10 ihren Ursprung in der Antike. Die Gallier legten hier die ersten Wege an, damit die verschiedenen Stämme miteinander kommunizieren konnten. Die meisten dieser gallischen Wege wurden von den Römern übernommen, um den Durchzug der Legionen zu den widerspenstigen Galliern zu erleichtern. Ab dem 10. Jahrhundert benutzten unzählige Pilger diesen Pfad auf ihrer Reise nach Santiago de Compostela. Die “Via Turonensis” war die meistgenutzte Verbindung der Pilger zwischen Nordfrankreich, Holland und England nach Spanien.

1464 verfügte Ludwig XI. ein Gesetz, welches den Grundstein für die Einrichtung regelmäßiger Poststationen legte. Diese wurden im Umkreis von 15 Kilometern errichtet und ermöglichten es den Reitern, die Pferde zu wechseln und so 90 Kilometer pro Tag zurückzulegen. Die Strecke Paris-Bordeaux-Spanien war eine der ersten Königsstraßen, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit einer vollständigen Poststraße ausgestattet wurde. Herbergen wurden errichtet, um das Reisen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Route Nationale 10
Route Nationale 10

1891 fand auf dieser Straße das erste Radrennen Bordeaux-Paris statt, das zu einem der großen Radklassiker in Frankreich wurde. 1895 fand das erste große Automobilrennen auf der Nationalstraße 10 statt. Das Rennen Paris-Bordeaux-Paris gewann ein Fahrer dank der Überlegenheit der demontierbaren Reifen der Gebrüder MICHELIN. Mit der stetigen Zunahme des Autoverkehrs wurde die Fahrbahn nach und nach asphaltiert und am Rande der Route Nationale 10 siedelten sich Kfz-Werkstätten, Tankstellen, Cafés, Hotels und Restaurants an.

Ende der 60er Jahre erlebte Frankreich eine Periode außergewöhnlichen Wachstums und Wohlstands. Das Automobil hält Einzug in die französischen Familien. Der bezahlte Jahresurlaub wurde eingeführt und weckte den Wunsch, die Ferien in den Pyrenäen, am Atlantik oder in Spanien zu verbringen. Damals glich eine Reise von fünfhundert Kilometern auf der RN10 einer Expedition ans Ende der Welt. Aber, die Route Nationale 10 wurde zur Ferienstraße! Und im Sommer zur Route der Gastarbeiter aus Spanien, Portugal, Algerien und Marokko.

Citroen-2cv
Citroen-2cv

Ein Monsieur Laurent Laine erinnert sich auf seiner Internetseite: “Am Abend vor der Abreise mussten wir Kinder früh zu Bett gehen, damit wir frisch und munter auf die Fahrt gehen konnten, nachdem wir den Kofferraum und die Rückbank des Autos beladen hatten. Es blieb nur wenig Platz für meine Schwester und mich. Wir saßen stundenlang eingeklemmt zwischen Gepäckstücken. Es waren 500 km und die Straße war fast ausschließlich zweispurig, selten dreispurig und wurde durch mögliche Frontalzusammenstöße mörderisch. Autofahrer auf beiden Seiten, die es kaum erwarten konnten zu überholen, liefen Gefahr, frontal ineinander zu krachen. Man brauchte fast einen ganzen Tag, um die Strecke zurückzulegen. Es gab zwar weniger Autos als heute, aber der Zustand der Straßen führte zu Staus und endlosen Verkehrsbehinderungen. Ich erinnere mich, dass wir oft auf offenem Feld anhielten und die Autofahrer auf den Seitenstreifen fuhren, um sich die Beine zu vertreten. Auf der Strecke gab es historische Staus wie in Vendôme auf seiner überdachten Brücke, in Montbazon oder Sainte-Maure-de-Touraine”.

Route Nationale 10
Route Nationale 10

Eine Windrose auf dem Vorplatz der Cathédrale Notre-Dame-de-Paris ist der symbolische Ursprung der Nationalstraße 10. Hier, am Nullpunkt des französischen Straßennetzes, beginnt meine Reise bis weit in den Süden nach Spanien.

Paris – Point Zero © Wikipedia
Paris – Point Zero © Wikipedia

Ich versuche der ehemaligen der Route Nationale 10 anhand einer Michelin Straßenkarte von 1963 so gut wie möglich zu folgen. Leider weicht die heutige Streckenführung zum Teil erheblich von der damaligen ab. Und genau darin liegt der Reiz meiner Reisen auf den alten Nationalstraßen von Frankreich. Alte Streckenabschnitte finden, verlassene Tankstellen suchen, Menschen treffen, die die “alte” N10 noch kennen. Und sich freuen, wenn man einen alten Wegweiser entdeckt!

Über die Porte de Saint-Cloud verlasse ich Paris gut gelaunt auf dem “Boulevard périphérique”, der Stadtautobahn die Paris umgibt, und biege auf die Route National 10 ein. Es geht los! Ich freue mich auf meine Reise. Richtung Atlantik und Spanien.

Paris - Arc de Triomphe du Carrousel
Paris – Arc de Triomphe du Carrousel

Der Verkehr ist auch an diesem Nachmittag dicht, der erste Stau lässt nicht lange auf sich warten. Authentischer kann diese Reise nicht beginnen. In den 1960er und 1970er Jahren war die Fahrt in den Süden immer mit Staus, Wartezeiten und leider auch mit vielen, vielen Unfällen verbunden.

Zwischen Neubauten und Einkaufszentren geht es vierspurig ins hauptstadtnahe Umland. Hässlich, praktisch für den Verbraucher, aber furchtbar langweilig für mich.

Das Schloss von Versailles ist grandios. Und total überlaufen. Ich bin an einem Samstag hier und obwohl ich mir vorsichtshalber schon eine Eintrittskarte im Internet besorgt habe, muss ich in einer langen Schlange warten, bis ich eingelassen werde. Dann noch eine Ganzkörper-Sicherheitskontrolle … und schon bin ich im Schloss, zusammen mit gefühlt einer Million anderen Besuchern. Ganz so schnell ging die Sicherheitskontrolle bei mir dann doch nicht, denn ich muss mich schrittweise von meinem Portemonnaie, dem Schlüsselbund und dem Ersatz Akku für die Kamera in den Jackentaschen trennen. Immer wieder piept das Kontrollgerät. Warum es bei meinem Ersatzschlüssel im Gürtel nicht anschlägt, ist mir im Nachhinein ein Rätsel.

Versailles - Louis XIV
Versailles – Louis XIV.
Versailles - Schloss
Versailles – Schloss
Versailles - Schloss
Versailles – Schloss

Das Schloss von Versailles, das ursprüngliche königliche Jagdschloss, gefiel der königlichen Familie so gut, dass König Ludwig XIV. den königlichen Hof von Paris nach Versailles verlegen ließ. Jahrzehntelang ließ das französische Königshaus das Schloss weiter verschönern und regierte von Versailles aus. Erst die Französische Revolution zwang den Hof zur Rückkehr nach Paris.

Heute ist das Schloss eines der am meisten bewunderten und besuchten Wahrzeichen Frankreichs. Jedes Jahr besuchen schätzungsweise 5 Millionen Menschen das Schloss von Versailles und zwischen 8 und 10 Millionen die Gärten. In mehr als 2.300 Zimmern auf 63.154 Quadratmetern beherbergt das Schloss mehr als fünf Jahrhunderte französischer Geschichte.

Historischer Höhepunkt des Schlosses ist die Unterzeichnung eines der wichtigsten Friedensverträge – der Vertrag von Versailles, der den Ersten Weltkrieg beendete.

Versailles - Schloss
Versailles – Schloss
Versailles - Schloss
Versailles – Schloss
Versailles - Schloss
Versailles – Schloss

Die RN10 umrundet das Schloss von Versailles, bis sie hinter Trappes (bis hierher verläuft sie zusammen mit der Route Nationale 12, die in die Bretagne führt) abrupt nach Süden abbiegt. Die ersten Baumreihen verwandeln die Straße in eine Allee bis sie in den Wald von Rambouillet führt, dem einstigen Jagdrevier der Könige von Versailles.

Die herausragende Sehenswürdigkeit von Rambouillet ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert, ansonsten hat das Städtchen nicht viel zu bieten. Und wer wie ich von Versailles kommt, ist halt auch verwöhnt. Trotzdem ist das kleine Château von Rambouillet sehenswert. In den Nebengebäuden des Schlosses werden hochrangige Staatsgäste untergebracht, die Frankreich besuchen.

Rambouillet
Rambouillet
Rambouillet
Rambouillet
Rambouillet
Rambouillet

Hinter Rambouillet folgt die Route Nationale 10 dem malerischen Val de la Gudville, gesäumt von einer Allee, die an ihren früheren Status als Königsstraße erinnert. Einzelne Weiler sind schnell passiert und schon erreiche ich Saint-Symphorien-le-Château. Hier kreuzen sich die RN10 und die “Voie de la Liberté”, die “Straße der Freiheit”. Eine imaginäre historische Route durch Nordfrankreich, Luxemburg und Belgien, die den Weg der Befreiung durch die Alliierten nach dem D-Day am Ende des Zweiten Weltkriegs nachzeichnet. Die Länge beträgt 1446 km, jeder Kilometer ist mit einem Gedenkstein markiert.

"Voie de la Liberté" in Saint-Symphorien-le-Château
“Voie de la Liberté” in Saint-Symphorien-le-Château

Die RN10 führt nun dreispurig nach Chartres. Immer abwechselnd zwei Spuren in eine Richtung und eine Gegenfahrbahn, getrennt durch eine durchgezogene Linie. Bis Anfang der 1980er Jahre war das anders. Die mittlere der drei Spuren war für beide Fahrtrichtungen freigegeben. Und man durfte in beide Richtungen überholen … sofern kein Gegenverkehr kam. Viele, zum Teil schwere Unfälle waren zu beklagen, weil man um jeden Preis so lange wie möglich auf der mittleren Spur blieb. Ein echter Nervenkitzel.

Chartres ist berühmt für seine Kathedrale Notre-Dame, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Sie ist eine der größten gotischen Kathedralen Frankreichs. Ihre Fassade ist mit Tausenden von Skulpturen geschmückt, welche die Französische Revolution unbeschadet überstanden haben.

Cathédrale Notre-Dame de Chartres
Cathédrale Notre-Dame de Chartres
Cathédrale Notre-Dame de Chartres
Cathédrale Notre-Dame de Chartres

In der Altstadt von Chartres kann man zahlreiche alte Häuser aus dem 16. Jahrhundert bewundern. Ein Spaziergang durch das ehemalige Gerberviertel entlang der Eure mit seinen Brücken und Stegen ist sehr reizvoll. Noch interessanter wird es in den Nebengassen. Da, wo die Einheimischen leben und einkaufen, wo die Katzen und Kinder rumrennen. Wo sich außer mir heute wohl kein Tourist mehr hin verirrt.

Chartres
Chartres
Chartres
Chartres

Die RN10 ist zwischen Chartres und Bonneval noch sehr ursprünglich. Zweispurig führt sie schnurgerade nach Süden. Endlose Getreidefelder und saftige Wiesen in herrlichem Frühlingsgrün begleiten mich. Ich passiere kleine Weiler und Dörfer, wie damals führt die Straße mitten durch die Ortschaften. Es hat wenig Verkehr, denn der hat sich auf die mautpflichtige Autobahn A10 verlagert. Zur Freude der Anwohner.

Le Relais Beauceron an der ehemaligen Route Nationale 10
Le Relais Beauceron an der ehemaligen Route Nationale 10

Und dann erreiche ich Bonneval. Ein französisches Städtchen mitten im Nirgendwo, in das man sich sofort verlieben kann. Man nennt es auch das Venedig der Beauce. Schöne Häuser spiegeln sich im Loir, wer will kann sogar eine kleine Kahnfahrt auf dem Flüsschen machen.

Ich schlendere ziellos durch das Städtchen, trinke in einer Brasserie einen Pastis und lasse Frankreich auf mich wirken. Oh, wie ich es liebe, hier zu sitzen! So viele Erinnerungen werden wach … Routes Nationales, Gauloises, Marchés, Pernot. Gerüche, Geräusche, Sprachfetzen. Art de Vivre!

Bonneval
Bonneval
Bonneval
Bonneval

Die Hauptattraktion ist jedoch die Abtei von Bonneval. Sie wurde während der Revolution größtenteils zerstört, aber das befestigte Eingangstor und ein wunderschönes Klosterhaus aus dem 15. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Ja, ich habe das Schild “Accès interdit” gesehen, aber ich wollte nur einen Blick durch den Torbogen werfen … da kommt auch schon eine junge Frau aus dem Pförtnerhäuschen auf mich zugestürmt und erklärt mir sehr unmissverständlich, was das Schild bedeutet. Puh, ist die streng. Wahrscheinlich ist sie so ungehalten, weil das Gebäude heute eine psychiatrische Klinik beherbergt und Kontakte von außen verboten sind.

Bonneval - Abtei Saint-Florentin
Bonneval – Abtei Saint-Florentin
Bonneval - Abtei Saint-Florentin
Bonneval – Abtei Saint-Florentin

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1967 führte die Nationalstraße 10 über die lange Rue de Varize durch Bonneval, die regelmäßig verstopft war. Erst seit 2007 wird die Stadt durch eine breite Umgehungsstraße entlastet.

Hoch über dem Loir erhebt sich das Schloss von Châteaudun, welches mittelalterliche, gotische und Renaissance-Architektur in sich vereint. Das Städtchen selbst besitzt noch einige mittelalterliche Kopfsteinpflastergassen mit alten Fachwerkhäusern in der malerischen Altstadt.

Châteaudun
Châteaudun 
Châteaudun 
Châteaudun 
Châteaudun 
Châteaudun 

Einige gemalte Reklametafeln, kleine Garagen, alte verlassene Tankstellen und für immer geschlossene Restaurants zeugen von der goldenen Ära der Straße von den 1950er bis zu den 1970er Jahren. Die meisten dieser Geschäfte haben sich nie von der Eröffnung der Autobahn A10 zwischen Tours und Paris im Jahr 1973 erholt.

Châteaudun - ehemalige Kfz-Werkstatt
Châteaudun – ehemalige Kfz-Werkstatt

Zwischen den beiden Städten Châteaudun und Vendôme verändert sich die Landschaft nach und nach. Die Ebene der Beauce weicht langsam Tälern und sanften Hügeln und die Nationalstraße 10 folgt nun kontinuierlich dem Loir.

Route Nationale 10 bei Châteaudun
Route Nationale 10 bei Châteaudun

Vendôme war ein bekanntes Nadelöhr auf der N10. Im Zentrum der Stadt angekommen, musste man sich durch mittelalterliche Gassen schlängeln und zwei Arme des Loir auf schmalen Brücken überqueren. Aber das Schlimmste kam erst noch: Die Passage durch die Porte Saint-Georges und der ganze Ärger zwischen den Auto-Mobilisten und den Fußgängern. Auf der neuen Straße durfte immer nur ein Fahrzeug fahren. Die Priorität lag bei denjenigen, die aus der Stadt herausfuhren und versuchten, die Verstopfung zu beseitigen. Eine in vier Sprachen verfasste Hinweistafel warnte vor der heiklen Passage. Die Umfahrung von Vendôme  brachte schließlich eine große Erleichterung, da sie einen der bekanntesten Staus Frankreichs beseitigte.

Vendôme 
Vendôme 
Vendôme 
Vendôme 
Vendôme 
Vendôme 

Nach der einst mühsamen Durchquerung von Vendôme, geht es auf einer langen, recht eintönigen Geraden weiter nach Tours. Das Loire Tal ist nur noch wenige Kilometer entfernt, das milde Klima und die Ruhe der Landschaft werden immer mehr zum Erlebnis.

Route Nationale 10 bei Vendôme
Route Nationale 10 bei Vendôme

Ich erreiche Tours, die drittgrößten Stadt nach Paris und Bordeaux auf meiner Reise entlang der RN10. Die Route Nationale führt auf einem Plateau über der Loire in die Stadt und verläuft auf einer langen Nord-Süd-Meridianstraße fast sieben Kilometer lang durch Tours.

Es ist aussichtslos, in der Stadt einen Parkplatz zu finden, schon gar nicht mit dem Wohnmobil. Was also tun? Auf Google Maps suche ich die Endstation der einzigen Straßenbahnlinie von Tours und fahre am nächsten Morgen dorthin. Hier am Stadtrand gibt es problemlos Parkplätze und in einer halben Stunde bin ich mit der Tram mitten in der Stadt. Perfekt.

Tours - Cathédrale Saint-Gatien
Tours – Cathédrale Saint-Gatien
Tours - Cathédrale Saint-Gatien
Tours – Cathédrale Saint-Gatien
Tours - Cathédrale Saint-Gatien
Tours – Cathédrale Saint-Gatien – Kirchenfenster
Tours - Place Plumereau
Tours – Place Plumereau

Nach der Hektik der Stadt ist die Basilika St. Martin ein schöner Ort, um ein paar Minuten innezuhalten und die Ruhe zu genießen. Zeit für eine Meditation oder ein Gebet. Der Besuch des Grabes des Heiligen Martin ist mehr als beeindruckend.

Der Legende nach ereignete sich um 338 das, was Martin weltberühmt machte: Martin begegnete am Stadttor von Amiens als berittener Soldat einem frierenden Bettler, dem er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels schenkte. In der folgenden Nacht erschien ihm angeblich im Traum Christus mit dem Mantelstück bekleidet: Er war es, der Martin als Bettler geprüft haben soll. Wer kennt die Geschichte aus seiner Jugend nicht!

Tours - Basilique Saint Martin
Tours – Basilique Saint Martin

Hinter Tours weitet sich die Landschaft, der Himmel hängt tief, das ganz besondere Licht des Loiretals verzaubert die Gegend. Die Rapsfelder blühen nicht mehr so leuchtend gelb, aber die ersten Mohnfelder zeigen sich. Der Frühling schreitet voran.

bei Châtellerault
bei Châtellerault

Die Route Nationale 10 (die Beschilderung wechselt ständig zwischen N10 und D910, später D810) bekommt ein anderes Gesicht, sie wirkt “gepflegter”. Und auch das erste Schild eines Vereins, der sich um den historischen Fortbestand der Route kümmert, taucht auf: “Nostal’10”. Der Verein wurde 2015 gegründet, um das Erbe und die Erinnerung an die ehemalige Nationalstraße 10 zu fördern. Auf dem Programm stehen zum Beispiel sonntägliche Oldtimertreffen aus den 1950er und 1960er Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle am südlichen Ortsausgang von Sainte-Maure-de-Touraine. Oder die Organisation geplanter Staus mit Oldtimern, ähnlich der “Embouteillage de Lapalisse” auf der Route Nationale 7.

Route Nationale 10 Historique
Route Nationale 10 Historique

Die Besitzer der Raststätte Les Deux Croix an der Nationalstraße 10 südlich von Sainte-Maure-de-Touraine beschlossen den Bau einer Tankstelle, die Anfang 1956 fertiggestellt wurde. Sie besaß eine bemerkenswerte, sehr moderne Architektur, deren strenge Linien von amerikanischen Tankstellen inspiriert waren. Nach dem Bau der Autobahn A10 im Jahr 1977 nahm der Verkehr auf der Nationalstraße 10 unaufhaltsam ab und die Überreste der Tankstelle verfielen schnell. Bis sich der Verein “Nostal’10” ihrer annahm. Die gröbsten Bauschäden wurden beseitigt und das Gebäude neu gestrichen. Inzwischen steht es sogar unter Denkmalschutz.

Ehemalige Tankstelle Sainte-Maure-de-Touraine
Ehemalige Tankstelle Sainte-Maure-de-Touraine
Fassadenwerbung bei Sorigny
Fassadenwerbung bei Sorigny

Die Nationale 10 hat gerade erst ihren 300sten Kilometer von Paris aus hinter sich gebracht … ich bin in Châtellerault angekommen. Ein unaufgeregtes beschauliches Provinzstädtchen am Ufer der Vienne. Ein kurzer Bummel, ein schneller Café.

Châtellerault 
Châtellerault 

Kurz bevor die RN10 Poitiers erreicht, komme ich zum Futuroscope, einem Freizeitpark, der sogar über einen eigenen TGV-Bahnhof verfügt. Das Futuroscope wurde bei den “Parksmania Awards” als bester Freizeitpark Europas und bei „L’extraordinaire Voyage“ als beste Attraktion Europas ausgezeichnet. Es zeigt faszinierende Medientechnologien der Zukunft und bietet mehr als 25 Attraktionen, darunter 3D-Kinos, Wasserspiele, eine Cyber-Avenue, den 45 Meter hohen Aussichtsturm Gyrotour (360°-Rundblick über den Park) und ein Multimedia-Center mit virtuellen Spielen. Also durchaus sehenswert … wenn man auf solche Attraktionen steht. Ich gehöre nicht dazu! Ich lasse den Park rechts liegen, Poitiers ruft!

Poitiers - Futuroscope -©delGana
Poitiers – Futuroscope -©delGana
Poitiers - Futuroscope -©inkflo
Poitiers – Futuroscope -©inkflo

Ich erreiche Poitiers, die Hauptstadt des Poitou, im Tal des Clain, eines kleinen Flusses, der die Stadt umfließt. Egal welchen Parkplatz man wählt, es ist immer ein langer und steiler Aufstieg auf den hohen Bergrücken, auf dem die schöne Stadt thront, um in die Altstadt zu gelangen. Oben angekommen ist das Zentrum erstaunlich überschaubar.

Im frühen Mittelalter war Poitiers eine Hochburg des Christentums, was ihr den Beinamen “Goldene Stadt” einbrachte. “Golden” ist die Stadt heute nicht mehr, aber eine beeindruckend schöne christliche Architektur kann ich immer noch bewundern. Poitiers quillt über von charmanten Gassen und belebten Plätzen, einladenden Geschäften, Restaurants und Straßencafés. Hier kann ich stundenlang bei einem Glas Pastis sitzen, “mein” Frankreich beobachten und mich wohl fühlen. Zahlreiche Fachwerk- und Patrizierhäuser liegen am Weg. Poitiers ist einfach schön!

Poitiers - Cathédrale Saint-Pierre
Poitiers – Cathédrale Saint-Pierre
Poitiers - Cathédrale Saint-Pierre
Poitiers – Cathédrale Saint-Pierre
Poitiers
Poitiers

Die Hauptsehenswürdigkeit des historischen Zentrums, die Kirche Notre-Dame-la-Grande aus dem XI. und XII. Jahrhundert, ist ein bedeutsamer Beweis der romanischen Kunst mit ihrer prächtigen gemeißelten Fassade aus dem XII. Jahrhundert. Und einem wunderschönen Innenraum. Ich kann mich gar nicht satt sehen!

Poitiers - Notre-Dame-la-Grande
Poitiers – Notre-Dame-la-Grande
Poitiers - Notre-Dame-la-Grande
Poitiers – Notre-Dame-la-Grande
Poitiers - Notre-Dame-la-Grande
Poitiers – Notre-Dame-la-Grande
Poitiers - Notre-Dame-la-Grande
Poitiers – Notre-Dame-la-Grande

Die Fahrt von Poitiers nach Angoulême ist leider recht langweilig. Die N10 führt vierspurig nach Süden. Alle am Weg liegenden Weiler und Städtchen werden ausnahmslos umfahren. Gut für die Bewohner, aber uninteressant auf meiner nostalgischen Suche. Die alte Strecke ist komplett in der Schnellstraße aufgegangen, nur zu ganz wenigen Orten gibt es noch Abfahrten. In der Nähe von Ruffec entdecke ich dann aber doch noch eine alte Tankstelle. Sie ist nicht mehr in Betrieb.

Ruffec - ehemalige Tankstelle
Ruffec – ehemalige Tankstelle

Ein paar wenige alte Tankstellen an der Straße versetzen mich um Jahrzehnte zurück. Einige sind renoviert, andere verlassen oder sterben langsam vor sich hin. Die Tanks der Autos aus den glorreichen sechziger Jahren reichten von 20 Litern für einen 2 CV bis zu 50 Litern für einen Peugeot 404, ganz zu schweigen von über 60 Litern für Citroën DS und Simca Vedette. Die teilweise schwindelerregenden Verbrauchswerte machten die Tankstelle aber zu einem regelmäßigen Zwischenstopp auf der langen Reise.

Was wären die französischen Städte ohne ihre Kathedralen? Aber Angoulême zeichnet sich dadurch aus, dass es eine romanische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert besitzt und nicht, wie so viele andere französische Städte, eine gotische.

Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt sind gesäumt von reizvollen Fachwerkhäusern und Renaissancebauten. Ein Spaziergang durch diese malerischen Gassen ist wie eine Reise in die Vergangenheit.

Aber Angoulême hat auch Modernes zu bieten. Es ist die Hauptstadt des Comics. Wer sich für diese Kunstform interessiert, sollte unbedingt das Comic-Museum besuchen!

Angoulême - Cathédrale Saint-Pierre
Angoulême – Cathédrale Saint-Pierre
Angoulême - Cathédrale Saint-Pierre
Angoulême – Cathédrale Saint-Pierre
Angoulême - Cathédrale Saint-Pierre
Angoulême – Cathédrale Saint-Pierre

In den 1950er Jahren war die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Fahrzeuge und der Kapazität des französischen Straßennetzes diese aufzunehmen eklatant. Die 1956 eingeführte dritte Urlaubswoche und die Schließung der meisten Betriebe während der Sommerferien im August führten dazu, dass Tausende von Autofahrern auf den Hauptverkehrsadern im Stau standen. Die Nationalstraße 10 ist da keine Ausnahme und in den Nachrichten der Radiosender werden immer wieder Unfallschwerpunkte genannt, welche die Fahrt der Urlauber an den Atlantik verlangsamen oder gar blockieren. Chartres, Vendôme, Montbazon, die baskische Küste – Albträume für Autofahrer. Die Motoren der Autos waren überhitzt, die Nerven der Fahrer strapaziert.

bei Vivonne
bei Vivonne

Die Regierung ist sich bewusst, dass sich die Situation im nächsten Jahr wiederholen wird und trifft wichtige Entscheidungen. Die Autofahrer sollen dazu gebracht werden, ihre Abreise zu verschieben, um die Verkehrsströme zu verteilen. So entstand Ende Juni 1976 “Bison Futé”, ein sympathischer Indianer, der die Urlauber auf den französischen Straßen leiten sollte. Eine große Werbekampagne wurde mit echten Indianerreitern an den Straßenrändern und auf den Weiden unter der Aufsicht von Motorradfahrern der Gendarmerie inszeniert. Noch heute ist “Bison Futé” der nationale Verkehrsdienst. *

© RTL - Anaïs Bouissou
© RTL – Anaïs Bouissou

* Am ersten Augustwochenende 1975 sind die Straßen Frankreichs völlig verstopft. Die Staus sind endlos, 60.000 Autos stehen still. Die Regierung beschließt daraufhin, eine Einrichtung zu schaffen, die den Autofahrern auf ihren Fahrten zur Seite steht. Ein Jahr später wird Bison futé gegründet. Das ist das nationale Verkehrsinformationszentrum. Gendarmen analysieren live die Verkehrsbedingungen auf allen Straßen Frankreichs.

Warum heißt es Bison futé? Um die Autofahrer zu begleiten, musste ein Maskottchen gefunden werden. Zuerst dachte man an einen Delfin, der lebhaft und intelligent ist, dann an eine Giraffe, die mit ihrem langen Hals die Situation beherrscht, und schließlich an einen Hasen… Am Ende machte der kleine Indianer das Rennen. Denn er gilt als einfallsreich und geschickt. Außerdem kennt er sein Revier genau und kann sich gut orientieren. Und warum Schlauer Bison? Der Bison ist stark, mutig und intelligent!

Auf der Website von Bison futé oder in der APP kann sich jeder über die Verkehrsbedingungen auf den Straßen von Frankreich informieren.

Wandreklame in Barbezieux
Wandreklame in Barbezieux

Hinter Angoulême biegt die Nationalstraße 10 scharf nach Südwesten ab und nähert sich dem Atlantik, der nur noch 100 Kilometer entfernt ist. Die historische Straße ist unter der Schnellstraße begraben. Inmitten von Weinbergen, auf denen Trauben für Cognac und Pineau angebaut werden, wird die Strecke steiler und es gibt einige Passagen, die einer Achterbahn würdig wären. Die Weinberge links und rechts der Straße sind allgegenwärtig, Es gibt kaum noch Ortsdurchfahrten, die RN10 ist 4-spurig und strebt nach Bordeaux. Aber noch muss ich die Dordogne und die Garonne überqueren, während sich die Straße durch die Weinberge von Bordeaux schlängelt. Die Dordogne ist hier fast 400 Meter breit und wird aufgrund des nahen Zusammenflusses mit der Garonne von starken Strömungen geprägt.

1966 schrieben mehrere Journalisten im Rahmen einer Untersuchung über den Zustand der Nationalstraßen und insbesondere der Nationalstraße 10 über Bordeaux: “Einhellige Meinung, es handle sich um den schlimmsten Ballungsraum in ganz Frankreich, Rekordzahl von Unfällen in Bordeaux”. Die Unvollständigkeit der Verbindung Paris-Bordeaux-Spanien seit Beginn des 20. Jh. wurde erst mit der Umgehungsstraße, die zwischen den 1970er und 1980er Jahren schrittweise in Betrieb genommen wurde, behoben.

Bordeaux ist einer der Höhepunkte dieser Reise. Eine bemerkenswert schöne Großstadt mit eleganten Straßen und monumentalen Plätzen, einer schönen Promenade entlang der Garonne sowie kleinen, verschlungene Gässchen.

Ich reserviere mir einen Platz auf dem Campingplatz Beausoleil südlich der Stadt und komme mit Bus und Tram in einer halben Stunde ins Zentrum. Mit dem Wohnmobil ein hoffnungsloses Unterfangen. Und … der Campingplatz liegt genau an der ehemaligen Route Nationale 10!

Bordeaux - Place de la Bourse - Miroir d'Eau
Bordeaux – Place de la Bourse – Miroir d’Eau
Bordeaux - Cathédrale Saint-André
Bordeaux – Cathédrale Saint-André
Bordeaux - Cathédrale Saint-André
Bordeaux – Cathédrale Saint-André
Bordeaux
Bordeaux
Bordeaux - Grosse Cloche
Bordeaux – Grosse Cloche
Bordeaux - La Cité du Vin
Bordeaux – La Cité du Vin
Bordeaux - Pont Jacques Chaban-Delmas (die Fahrbahn ist an Stahlseilen nach oben gezogen, denn es wird ein Kreuzfahrschiff erwartet)
Bordeaux – Pont Jacques Chaban-Delmas (die Fahrbahn ist an Stahlseilen nach oben gezogen, denn es wird ein Kreuzfahrschiff erwartet)
Bordeaux - Pont de Pierre
Bordeaux – Pont de Pierre

Die Nationalstraße 10 beginnt hinter Bordeaux mit der Durchquerung eines riesigen Einkaufszentrums, das nicht weniger unattraktiv ist als alle anderen Einkaufszentren am Rande der Metropolen. Die “Hypers” und “Bricos” haben die Wiesen und Platanen verdrängt, die früher die Straße säumten. Nur ein paar kleine Häuschen aus den 1950er und 1960er Jahren, zwischen einem Supermarkt und einem Fast-Food-Restaurant, sind übrig geblieben.

An der Ausfahrt von Gradignan führte die N10 mitten durch ein ehemaliges Priorat! Das Konvent von Cayac umfasste eine Kirche, ein Krankenhaus und einen Friedhof, auf welchem Ordensleute und Pilger, die oft an Erschöpfung gestorben waren, ihre letzte Ruhestätte fanden.

Gradignan - Priorat von Cayac
Gradignan – Priorat von Cayac

Wer aus Bordeaux kam, musste nach der kleinen Brücke über den Fluss Eau Bourde eine scharfe Kurve fahren, bevor er sich durch den nur fünf Meter breiten Durchgang zwischen den Gebäuden des Klosters hindurchzwängen konnte. Diejenigen, die aus Bayonne kamen, waren von diesem regelrechten Schlund verwirrt, vor allem, weil sie bis hierher über 30 Kilometer auf einer schnurgeraden Strecke zurückgelegt hatten. An dieser Stelle wurden die Gebäude durch den Schwerlastverkehr regelmäßig beschädigt. Leider ereigneten sich immer wieder schwerste Unfälle: Lastwagen kippten um, Reisebusse verunglückten, viele Tote waren zu beklagen.

Tankstelle bei Jauge
Ehemalige Tankstelle bei Jauge

Die Nationalstraße 10 gibt es in den Landes nicht mehr, sie liegt jetzt unter der Autobahn, die seit 2013 streckenweise sogar gebührenpflichtig ist. Doch bei genauerem Hinsehen scheint diese lange Diagonale, die sich immer weiter nach Südwesten erstreckt, unwiderstehlich vom Ozean angezogen zu werden, dessen Nähe mit jedem gefahrenen Kilometer spürbar ist.

Um die historische Strecke zu finden und zu befahren, muss ich jede Aus- und Einfahrt der Autobahn nehmen, um zu den Dörfern und Städtchen zu gelangen, die vor 40 Jahren verlassen wurden.

N10 bei Jauge
N10 bei Jauge

1968 berichtete ein Fernsehteam über ein lokales Original aus Magescq an der Nationalstraße 10, das die meiste Zeit am Straßenrand stand und die vorbeifahrenden Autos beobachtete, während er für die Kunden aus der Umgebung Pullover, Schals und Handschuhe strickte. Von Jahr zu Jahr besuchten ihn Touristen die Strickwaren bei ihm bestellten. Es wird gemunkelt, dass der junge Prinz Charles von England bei ihm einen Pullover bestellt hat, als er in Biarritz Urlaub machte. Niemand weiß, ob der königliche Strickpullover auch abgeholt wurde.

Magescq
Magescq

Und Martine, damals ein junges Mädchen, erinnert sich in dieser Dokumentation: “Der Verkehr war nicht so wie heute und im Sommer gingen wir manchmal mit Freundinnen zum Stricken unter die Bäume, um die neuen Autos vorbeifahren zu sehen”.

Nach rund 100 Kilometern durch das Fort Landaise nähert sich die Route Nationale 10 in einem flachen Winkel dem Atlantik. Der Ozean ist keine Fata Morgana mehr, er ist da, nur wenige hundert Meter von der Straße entfernt. Das Baskenland streckt seine Arme nach mir aus, das Ziel ist nahe, auch wenn noch etwa 60 Kilometer zu fahren sind – nicht unbedingt die Leichtesten …

Die Fahrt über Bayonne, Anglet und Biarritz nach Saint-Jean-de-Luz ist zeitraubend und nervenaufreibend. Diese Städte sind zu einem einzigen Moloch zusammengewachsen. Der Verkehr ist schrecklich, damals wie heute. Die schönen Städte entschädigen kaum für die endlose Parkplatzsuche. Von der Nationalstraße 10 ist nichts mehr zu sehen. Wer es eilig hat, kommt auf der nahen Autobahn schneller voran.

Bayonne
Bayonne
Bayonne
Bayonne

Das Ende der Reise ist in greifbarer Nähe, die Nationale 10 erreicht das letzte französische Departement vor der spanischen Grenze. Die letzten 30 Kilometer sind auch die von den Urlaubern am meisten Herbeigesehnten. Der Atlantik zeigt sich endlich von der Straße aus. Die Landschaft gehört zu den schönsten entlang der Route Nationalstraße 10.

Atlantik bei Biarritz
Atlantik bei Biarritz

Anglet ist die einzige Gemeinde zwischen Bayonne und Biarritz und hat seit Mitte des 20. Jahrhunderts von der Expansion der beiden Nachbarstädte profitiert. Der 4 km lange Strand der Chambre d’Amour war 1854 Schauplatz der ersten Seebäder des Kaiserhauses. Napoleon III. und Kaiserin Eugénie beteiligten sich aktiv an der Gründung des Badeortes Anglet, der sogar kurz vor Biarritz entstand. Das Baden im Meer war in Mode gekommen und sollte nie wieder aufhören.

Atlantik bei Biarritz
Atlantik bei Biarritz

1963 wurde am selben Strand der Chambre d’Amour der erste Surf Club eröffnet, während die Küste von Urlaubern überschwemmt wurde. Der Verkehr auf der Nationalstraße 10 nahm stark zu und entlang der Straße entstanden Campingplätze. Der Campingplatz von Saint-Jean-de-Luz, der über die Zufahrt einer Esso-Tankstelle erreichbar war, verlangte 1963 1,10 Francs pro Person und 55 Centimes pro Fahrzeug für eine Übernachtung. Gourmets besuchten zur gleichen Zeit das Relais de Parme, ein Restaurant mit zwei Sternen auf der Liste der besten Restaurants der Welt.

Saint-Jean-de-Luz
Saint-Jean-de-Luz
Saint-Jean-de-Luz
Saint-Jean-de-Luz
Saint-Jean-de-Luz
Saint-Jean-de-Luz

Dies ist die letzte Etappe, das Ende dieser langen Reise. Der Kilometerzähler zeigt mehr als 760 Kilometer an. Die RN 10 endet auf zwei verschiedenen Strecken. Wer es eilig hat bleibt bis zur Grenze in Biriatou auf der RN 10. Liebhaber atemberaubender Landschaften und Panoramen wählen die RN 10c, die der baskischen Corniche bis nach Spanien folgt. In jedem Fall sind diese letzten Kilometer eine angemessene Belohnung für die Reise.

Atlantik bei Biarritz
Atlantik bei Biarritz
Atlantik bei Hendaye
Atlantik bei Hendaye

An den Ufern des Bidassoa wird die Route Nationale 10 in Spanien endgültig zur N-1, der Carretera Nacionale 1, die als spanisches Pendant bis nach Madrid führt oder einer der Startpunkte auf dem Jakobsweg in Spanien ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Route Nationale 10
Route Nationale 10

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